
Pressemitteilung der Handwerkskammer vom 12. Dezember 2024In der Weihnachtsbäckerei bei Nina Weissmann
Plätzchenduft liegt in der Luft. In der Backstube von Nina Weissmann in Obersulm-Willsbach geht es in diesen Tagen so richtig rund. Die Weihnachtszeit ist da und ihre Kunden genießen ihre Plätzchen, Lebkuchen und Stollen frisch aus dem Ofen. Die süßen Leckereien bietet Weissmann in ihren zwei Filialen und seit 16 Jahren auch auf dem Heilbronner Weihnachtsmarkt an. „Wir haben mittlerweile einen Stammplatz und viele Stammkunden“, erzählt Weissmann stolz.
Es ist toll, wenn Kunden an den Stand kommen und sagen: Wie schön, dass Sie wieder da sind.
Nina Weissmann
Die Besucher haben die Wahl zwischen 25 verschiedenen Plätzchensorten. Besonders beliebt seien nach wie vor die Klassiker wie Zimtsterne und Springerle. Jedes Jahr probiere sie aber auch eine neue Sorte aus. Diesmal hat sie, passend zum Trend der Dubai-Schokolode, ihre Schokoherzen mit einer Pistaziencreme gefüllt. Gemeinsam mit ihrem rund 30-köpfigen Team backt sie bis zu 1,5 Tonnen Plätzchen pro Saison. Eine Mammutaufgabe, die sie immer wieder gerne in Angriff nimmt. „Es ist toll, wenn Kunden an den Stand kommen und sagen: Wie schön, dass Sie wieder da sind.“
Mit Kampfgeist durchgeboxt
Anpacken und sich durchboxen, das kann die Konditorin gut. Sie hat bereits im Alter von 21 Jahren den Betrieb ihrer Eltern übernommen. „Kuchenbäckerin, das wollte ich schon als Kind werden“, sagt die heute 40-Jährige schmunzelnd. Dass sie schon so früh die Verantwortung übernommen hat, lag daran, dass sich ihre Eltern getrennt hatten. „Ich kannte unserer Bäckerei von klein auf. Ich dachte, ich wüsste, auf was ich mich da einlasse. Dem war aber nicht so“, erinnert sich Weissmann. Vier Wochen nach ihrem Start wurde ihr alles zu viel und sie stellte ihre Entscheidung infrage. Doch dann trat ihr Kampfgeist zutage.
Sie wusste, was sie kann, vertraute auf ihre Fähigkeiten und hat den Betrieb ihrer Eltern erfolgreich fortgeführt. „Seitdem habe ich nie mehr gezweifelt. Eigene Ideen umsetzen und kreativ sein, das kann man am besten im eigenen Betrieb“, findet sie. „Und ich bekomme auch viel im Kontakt mit Kunden zurück“.
Dennoch beobachtet sie, dass es jungen Menschen zunehmend schwerfällt, sich für ein eigenes Unternehmen zu entscheiden. Nicht nur im Handwerk, auch in anderen Branchen sei dies der Fall. „Ich glaube, das liegt daran, dass die Gesellschaft einem angestellten Abteilungsleiter mehr Anerkennung schenkt als einem Betriebsinhaber. „Während sich ein Abteilungsleiter auf ein ganz bestimmtes Themengebiet konzentrieren kann, müssen wir uns um viele verschiedene Bereiche kümmern: Organisation, Finanzen, Mitarbeiter, Rechtliches, alles läuft über unseren Tisch“, so Weissmann.
Große Liebe im Laden gefunden
Ihren Mann Alena konnte Nina Weissmann glücklicherweise von den Vorteilen der Selbstständigkeit überzeugen. Sie hat ihn in ihrer ersten Woche als Chefin im Laden kennengelernt. Der Industriemechaniker arbeitet mittlerweile voll im Betrieb mit. Immer da, wo er gerade am dringendsten gebraucht wird. Zurzeit ist er für den Stand auf dem Weihnachtsmarkt verantwortlich. Er sorgt dafür, dass die Leckereien aus der Backstube auch in diesem Jahr ihren Weg auf die Plätzchenteller der Heilbronner Weihnachtsmarktbesucher finden.