Im Vordergrund ein Laptop, im Display Schriftzug Impftermin auf roter Fläche. Im Hintergrund nummerierte Kabinen mit Vorhängen
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Impfaktionen für kleine Betriebe gefordert

Pressemitteilung der Handwerkskammer vom 9. Juni 2021

Möglichst viele Menschen möglichst schnell impfen – das ist der beste Weg, die Corona-Pandemie zu überwinden. Doch zufrieden mit der Impfkampagne sind die meisten nicht – auch nicht im Handwerk. Denn die Aufhebung der Priorisierung und die Einbindung der Betriebsärzte beim Impfen, helfen den meisten Betrieben nicht. „Angesichts des Mangel an Impfstoffs profitieren hier wieder einmal vor allem große Betriebe mit eigener betriebsärztlicher Infrastruktur“, mahnt Ulrich Bopp, Präsident der Handwerkskammer Heilbronn-Franken. Denn im Handwerk liegt die typische Betriebsgröße bei weniger als zehn Mitarbeitern. Diese Betriebe verfügen über keinen eigenen Betriebsarzt.

Eindringlicher Appell

Bisher werde diese Tatsache meist achselzuckend hingenommen. „Das Interesse der rund 12.600 Handwerksbetriebe in der Region und ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter darf Politik und Verwaltung aber nicht gleichgültig sein“, findet Ralf Schnörr, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Heilbronn-Franken. Deshalb nutzten Präsident und Hauptgeschäftsführer die heutige Gesellschafterversammlung der Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken GmbH (WHF) für einen eindringlichen Appell an die Landräte der Kreise Heilbronn, Hohenlohe, Main-Tauber und Schwäbisch Hall sowie den Oberbürgermeister der Stadt Heilbronn. „Wie können unseren Betrieben und ihren Belegschaften ebenfalls zeitnah Impfangebote gemacht werden?“, fragte Schnörr. In einem Brief an Detlef Piepenburg, Dr. Matthias Neth, Christoph Schauder und Gerhard Bauer sowie Harry Mergel schlagen Präsident und Hauptgeschäftsführer verschiedenen Möglichkeiten vor.

Verschiedene Vorschläge

So könnten beispielsweise in den Kreisimpfzentren Zeitfenster für kleinere Betriebe reserviert werden, sobald genug Impfstoff zur Verfügung stehe. „Das kann gerne früh morgens sein, vor den eigentlichen Öffnungszeiten. Unsere Handwerker sind frühes Aufstehen gewohnt und würden sicher auch schon vor 7 Uhr kommen“, betont Bopp. Auch das „Mitimpfen“ in größeren Betrieben durch deren Betriebsärzte sei eine Option. „Wir würden selbstverständlich dafür sorgen, unsere Mitglieder über die Angebote zu informieren“, unterstreicht Ralf Schnörr. „Handwerker sind systemrelevant und je nach Gewerk viel unterwegs und in Kontakt mit Menschen. Es ist in unser aller Interesse, dass auch sie möglichst schnell geimpft werden. Wir sind deshalb gerne bereit, an gemeinsamen Lösungen mitzuarbeiten“, betont Ulrich Bopp.