Zwei Kita-Kinder stehen in einer Werkstatt vor einem Holztisch und basteln gemeinsam Kasper-Figuren aus Holz.
Patrick Heckler

Pressemitteilung der Handwerkskammer vom 28. Februar 2025Kita-Wettbewerb begeistert die Handwerker von morgen

Erst Anfang September 2024 wurde die Waldkita Matschhüpfer in Untergruppenbach eröffnet. Die dortigen Räumlichkeiten sind Modulbauten aus Holz und wurden von der ortsansässigen Firma Prema mit Geschäftsführer Karl Preiß (37) hergestellt. Kein Wunder also, dass die Kita und der Holzbaubetrieb auch beim Kita-Wettbewerb Anfang Februar 2025 gemeinsame Sache machten.

Eintauchen ins Handwerk

Der Kita-Wettbewerb „Kleine Hände, große Zukunft“ bietet Kita-Kindern die Möglichkeit, in die vielfältige Welt des Handwerks einzutauchen. Ob beim Bäcker, beim Friseur oder in der Zimmerei: Den Kindern wird ein besonderes Erlebnis geboten, an das sie sich noch lange erinnern werden. Denn der Kita-Wettbewerb bringt Kitas und Handwerksbetriebe zusammen und schafft so eine Win-win-Situation für alle Beteiligten.

Während die Betriebe zeigen können, wie spannend ihr Handwerk ist, können die Kinder hautnah erleben, was sie mit ihren eigenen Händen gestalten und schaffen können – und am Ende des Tages stolz auf ihre Leistung sein.

Turnender Kasper aus Holz

Karl Preiß ist Zimmerermeister und Geschäftsführer von Prema und Vater von Ben (11) und Henri (5). Er war sofort Feuer und Flamme, als er vom Kita-Wettbewerb erfuhr. „Das ist eine super Sache für die Kinder, aber auch für uns als Betrieb. Wir haben uns ein tolles Programm einfallen lassen“, kündigt er an. „Wir“ – das sind neben Karl Preiß sein Vater und Seniorchef Hermann Preiß (67) und Horst Müller (68), ein Freund der Familie. Die drei haben am Vortag bis in die späten Abendstunden die Vorarbeit geleistet, damit jedes der 14 Kita-Kinder eine Kasper-Figur bemalen, zusammenbauen und anschließend als Spielzeug mit nach Hause nehmen kann.

Damit der Kasper auch als Spielzeug verwendet werden kann, werden die einzelnen Bestandteile zunächst miteinander verschraubt, wodurch die Figur beweglich bleibt, und dann mit zwei Schnüren an zwei Holzstäben befestigt, die seitlich auf einem Holzblock angebracht sind. Da ein Stab starr und der andere beweglich ist, kann der Kasper durch Druck auf den beweglichen Stab in Bewegung gesetzt und in einen Turnprofi verwandelt werden, der Überschläge vollführt. Als Vorlage diente ein Modell, das Hermann Preiß vor 37 Jahren zur Geburt seines Sohnes gebaut hatte – und das bis heute einwandfrei funktioniert.

Wow, das ist ja gigantisch hier.

Henry (5), ist überwältigt von den Eindrücken in der Prema-Werkstatt

Faszination pur

Kurz nach 9 Uhr klopft es an diesem winterlichen Mittwoch Anfang Februar an der Tür der Prema-Werkstatt, die Karl Preiß mit einem Holzofen auf angenehme Raumtemperatur geheizt hat. Es sind die Kinder der Waldkita Matschhüpfer aus Untergruppenbach mit ihren drei Erzieherinnen. Man spürt förmlich, wie fasziniert die Kinder von den vielen Eindrücken in der Werkstatt sind. Dort hängen neben einer hochmodernen, futuristisch anmutenden Produktionsanlage, mit der Prema die Brettstapelelemente für seine Holzmodulgebäude herstellt, zahlreiche alte Hämmer und Sägen an der Wand, die an das Handwerk von früher erinnern. Eines der Kinder hält mit seinen Eindrücken nicht hinterm Berg: „Wow, das ist ja gigantisch hier“, sagt Henry voller Begeisterung.

Nachdem die Kinder ihre Rucksäcke abgestellt haben, beginnt Karl Preiß mit einer kleinen Fragerunde. Er will wissen, welche Werkzeuge die Kinder schon kennen, was sie über den Beruf des Zimmerers wissen und was ihr Berufswunsch ist. Auf die letzte Frage kommen Antworten wie „Superheldin“, „Feuerwehrmann“, „Reiterin“ und – sehr zur Freude von Karl Preiß – „Zimmerer“. „Den Letzten werden wir uns merken“, sagt der Zimmerermeister mit einem Lächeln auf den Lippen. Nach der Fragerunde erklären Karl und Hermann Preiß den Kindern, was sie mit ihnen vorhaben. Kurz darauf geht es an die Arbeit.

Musikalischer Abschluss

„Möglichst bunt soll er sein“, sagt Carla über ihren Kasper, der neben einem roten und gelben auch einen blauen Anstrich bekommt. Emil, der den Berufswunsch Zimmerer geäußert hat, konzentriert sich erst einmal darauf, dass sein Kasper möglichst schnell Überschläge machen kann und baut ihn zusammen mit Karl Preiß direkt ohne Bemalung zusammen. Nicht nur die Kinder, auch die Erzieherinnen haben ihren Spaß. „Das ist eine tolle Aktion. Mir gefällt vor allem, dass die Kinder sehen, wo ihre Kita gebaut wurde“, sagt die 28-jährige Patricia Liebhart.

Auch Andreas Vierling, seit 2018 Bürgermeister der 8.700 Einwohner zählenden Gemeinde Untergruppenbach, ließ es sich nicht nehmen, im Rahmen des Kita-Wettbewerbs in der Prema-Werkstatt vorbeizuschauen. „Ich bin begeistert, mit wie viel Engagement die Kinder mitmachen“, sagt der 35-Jährige, der für seine zweijährige Tochter Lotta auch einen Kasper basteln durfte. „Für uns als Gemeinde ist es ein Gewinn, wenn ein ortsansässiger Betrieb wie Prema und unsere Waldkita Matschhüpfer gemeinsam eine solche Aktion durchführen.“ Nachdem die Kinder zum Abschluss das einstudierte Lied „Wer will fleißige Handwerker sehn“ gesungen hatten, war der kurzweilige Arbeitseinsatz auch schon vorbei. Alle Beteiligten waren sich einig: Die Teilnahme am Kita-Wettbewerb war für alle ein voller Erfolg.

Weitere Informationen

Wissenswertes über den Kita-Wettbewerb finden Sie hier:

 Kita-Wettbewerb geht in die nächste Runde

 www.amh-online.de/kita-wettbewerb

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